Was bedeutet Roter Stern?
Der Rote Stern ist ein Symbol, das in der Geschichte der sozialistischen Arbeiter:innenbewegung weltweit genutzt wurde. In der Arbeiter:innenbewegung wurden auch Arbeiter:innensportvereine gegründet, die in den letzten zwei Jahrhunderten bezahlbaren Sport für Menschen mit wenig Einkommen möglich machten. Wir stellen uns in diese Tradition.
Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass der Rote Stern zum Teil von autoritären Regimen in Osteuropa für ihre Zwecke vereinnahmt wurde. Wir sehen das Symbol jedoch vielmehr als Ausdruck von Sport und Kultur „von unten". Das bedeutet, dass unser Prinzip der Selbstorganisation mit dem Prinzip der Bezahlbarkeit verbunden wird.
Für uns bedeutet Sport und Kultur „von unten", dass wir demokratisch organisiert sind. Unsere Abteilungen arbeiten demokratisch und führen gemeinsam mit dem Vorstand die Vereinsentwicklung an.
Trotz Alledem
Unser Motto lautet „Trotz Alledem": Der Spruch wurde bereits 1848 während des demokratischen Aufbruchs in Europa geprägt und später von sozialistischen Kräften als Slogan auf Bannern oder in Musikstücken aufgegriffen. „Trotz Alledem" bedeutet für uns trotz der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umstände auf der Welt, in der zunehmend Kriege um Profite dominieren, die soziale Ungleichheit steigt, die Klimakrise immer deutlicher zu spüren ist und die extreme Rechte stärker wird, zusammenzuhalten, gemeinsam einen schöneren Alltag zu organisieren und gegen Ungerechtigkeit laut zu werden.
Wir setzen uns für eine gerechte, demokratische und friedliche Zukunft ein. Dabei lassen wir uns nicht entmutigen von den vielen negativen Ereignissen auf der Welt und konzentrieren uns auf das Positive und auf die Stärke, die in unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt liegt.
Die Sozialistin und Kriegsgegnerin Rosa Luxemburg hat es passend formuliert:
„Sieh, dass du Mensch bleibst. Mensch sein ist von allem die Hauptsache. Und das heißt fest und klar und heiter sein, ja heiter, trotz alledem."
Wie politisch ist der Rote Stern Köln?
Wir sind ein gemeinnütziger und parteiunabhängiger Verein. Bei uns sind Menschen mit unterschiedlichen Meinungen willkommen, solange sie nicht gegen § 4 (2) unserer Satzung verstoßen. Darin steht, dass Menschen, die „Mitglied in menschenverachtenden und anderen diskriminierenden Gruppen, Parteien, Organisationen, Verbänden und Vereinigungen" sind, nicht bei uns Vereinsmitglied werden können.
Wir fördern politische Bildung, indem wir interne und externe Veranstaltungen zu gesellschaftlichen Kontroversen durchführen.
Wir verstehen uns vor allem im Miteinander als politisch:
- Wir achten auf eine solidarische Kultur, in der Menschen ihre Bedürfnisse äußern dürfen und Alle von Allen lernen.
- Wir organisieren unsere Mitgliedsbeiträge so, dass alle mitmachen können. Menschen, die wenig Geld haben, sollen nicht gehindert werden, bei uns teilhaben zu können.
- Diskriminierung jeglicher Art hat bei uns keinen Platz. Wir engagieren uns gegen jegliche Gewalt im Verein und in der Gesellschaft. Wir verpflichten uns, unsere Mitglieder so gut wir können vor Gewalt zu schützen. Dennoch kann es passieren, dass innerhalb vom Verein oder durch andere Vereine an Spieltagen oder aus dem Publikum bei Aufführungen beleidigende und gewaltvolle Handlungen stattfinden (→ siehe Roter Kodex).
- Unsere Strukturen sind demokratisch. Unsere Sport- und Kulturgruppen wählen Delegierte, die mit dem Vorstand des Vereins die Vereinsentwicklung steuern.
- Wir möchten Menschen, die nicht immer die Lautesten sind, ermutigen Verantwortung zu übernehmen. Besonders Frauen und Queers möchten wir in unseren Strukturen stärken.
- Wir sind keine politische Organisation, die regelmäßig auf Demonstrationen geht oder politische Kampagnen initiiert. Allerdings setzen wir uns für soziale Gerechtigkeit, Demokratie und gegen Diskriminierung und Faschismus in der Gesellschaft ein, indem wir in vereinzelten Fällen, wie dem feministischen Kampftag (8. März), dem Internationalen Kampftag der Arbeiter:innenklasse (1. Mai), sowie anderen wichtigen Ereignissen, unsere Mitglieder aufrufen, sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen.